Review zum Biopic "That's Why The Lady Is A Champ"

Christy Martin gehört zu den prägenden Figuren des Frauenboxens und gilt bis heute als die Boxerin, die den Sport in den USA – vor allem für Frauen – salonfähig gemacht hat. Regisseur David Michôd (“Königreich des Verbrechens”, “The Rover”) nimmt sich in seinem neuen Film ihrer Geschichte an.
Christy Salters (Sidney Sweeney) wächst in einem kleinen Ort in West Virginia auf. Ihre Beziehung zu einer Kommilitonin hält sie vor ihrer Familie geheim, allen voran vor ihrer strengen Mutter Joyce (Merritt Wever). Eher zufällig landet Christy bei einem Boxturnier. Obwohl sie keinerlei Erfahrung im Ring hat, setzt sie sich durch und macht damit den Veranstalter auf sich aufmerksam. Der vermittelt sie an den Trainer Jim Martin (Ben Foster), der zunächst wenig Interesse daran zeigt, die junge Frau zu trainieren. Erst nachdem er erlebt, wie sie einen männlichen Trainingsgegner mit einem einzigen Schlag zu Boden schickt, nimmt er sich ihr an.
Christys Karriere nimmt schnell Fahrt auf – eine Gegnerin nach der anderen wird von ihr besiegt. Aus dem aufstrebenden Talent wird bald eine erfolgreiche Profiboxerin. Gleichzeitig beginnt Jim immer stärker, Kontrolle über ihr Leben zu übernehmen. Die beiden heiraten schließlich. Als der Promoter Don King (Chad L. Coleman) Christy zum ersten weiblichen Superstar des Boxsports aufbaut, wächst Jims Eifersucht zunehmend, und aus der Beziehung entwickelt sich schließlich ein von psychischer und körperlicher Gewalt geprägtes Martyrium.
That’s Why The Lady Is A Champ | Biopic-Drama
Regie: David Michôd
Mit: Sydney Sweeney, Ben Foster, Merritt Wever, Ethan Embry, Katy O’Brian, Jess Gabor, Chad Coleman
Tobis, 135 Minuten
ab dem 03.09. im Kino
Genau hier liegt die größte Stärke des Films – das psychologische Drama abseits des Boxrings. Leider gelingt Michôd der Wechsel zwischen Sportfilm im Stil von “Rocky” zum düsteren Charakterdrama nicht immer nahtlos. Vor allem die Ringszenen wirken redundant und klischeehaft. Schauspielerisch glänzen insbesondere Foster als Christys widerwärtiger Trainer mit Wampe und furchtbarer Überkämmfrisur. Auch Wever überzeugt in ihren wenigen Szenen als Christys verständnislose und hassenswerte Mutter.
Mit einer Laufzeit von über zwei Stunden zieht sich der Film vor allem in der ersten Hälfte. Die Ringszenen werden zu lustlos inszeniert, während der Film gerade dann an Wucht gewinnt, wenn die sportliche Erfolgsgeschichte der beängstigenden Realität der Boxerin weicht. Für den großen emotionalen Punch, wie ihn etwa der Oscar-Abräumer “Million Dollar Baby” 2004 lieferte, reicht es allerdings nicht.
7 / 12
Der Beitrag Nicht jeder Treffer sitzt erschien zuerst auf VISIONS.de.
🎬 Video
Diesen Artikel teilen:
Weitere Beiträge
03.09.2026Max von der Groeben: „Das Abenteuer entsteht durchs Loslassen“
03.09.2026Neue Yellowstone-Serie kehrt nach nur 4 Monaten Pause zurück: Erster Trailer zur bald startenden 2. Staffel Marshals ist da
03.09.2026An der Bar mit Christin Nichols: „Ich blicke zum ersten Mal ohne Angst in die Zukunft“
